Gefahren an gefrorenen Gewässern und Eisrettung

Beispiel einer Rettungsübung der Caldener Feuerwehren

Aufgrund verschiedener Einflüsse kann das Eis an verschiedenen Stellen eines Gewässers recht unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Bodenwärme, Strömungen, Zuflüsse warmer Industriegewässer oder Quellen, Gasbläschen aus schlammigem Grund, dünn überfrorene Fischereilöcher oder ehemalige Einbruchstellen sowie Eisrisse sind mögliche Ursachen dafür. Bereits bei geringer Belastung können solche Eisflächen brechen. Ein vereistes Gewässer sollte deshalb nur dann betreten werden, wenn absolut sicher ist, dass die Tragfähigkeit des Eises ausreicht (Merkregeln im blauen Kasten rechts)! Es ist auch zu beachten, dass Schnee ein sehr schlechter Wärmeleiter ist und daher schneebedeckte Eisflächen meist dünner sind als schneefreie.
Die größte Gefahr für eine ins Eis eingebrochene Person ist eine starke Unterkühlung und die damit verbundene Abnahme der Kraft und der ggf. eintretende Bewusstseinsverlust. Zusammen mit dem Abwärtstrieb schwerer Winterkleidung führt dies meist schon nach wenigen Minuten unweigerlich zum Ertrinken.
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Wichtig: Geretteten flach lagern, möglichst nicht bewegen und nicht wärmen!

Aus eiskaltem Wasser gerettete Personen sind meist mittel bis stark unterkühlt! Der Blutkreislauf hat sich zentralisiert, um die wesentlichen Körperfunktionen am Laufen zu halten. D.h. im Körperkern befindet sich warmes Blut, während sich in der Schale und in den Extremitäten kaltes Blut befindet. Wird der Gerettete zu stark bewegt oder wird ihm Wärme zugeführt, so führt dies unter Umständen dazu, dass kaltes Blut in den Kern gelangt. Dies kann zum Aussetzen der lebenserhaltenden Körperfunktionen und damit zum Tod führen. Daher: Körper flach lagern, nicht unnötig bewegen, Zustand des Geretteten überwachen und Person dem Rettungsdienst übergeben! Bei einem Aussetzen von Atmung/Puls sind selbstverständlich lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung). Im Allgemeinen bedeutet eine starke Unterkühlung Lebensgefahr für den Betroffenen!

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